16 March 2026, 00:49

MTU-Chef Bussmann warnt vor europäischer Abhängigkeit bei Kampfflugzeugen

Ein Plakat mit einem zentralen Kampfflugzeug, umgeben von Menschen und Flaggen, mit einem Flugzeug oben und dem Text "Amerikas Partnerschaft 2006" unten.

MTU-Chef Bussmann warnt vor europäischer Abhängigkeit bei Kampfflugzeugen

MTU Aero Engines-Chef Johannes Bussmann fordert schnellere Fortschritte beim europäischen Kampfflugzeugprogramm

Der Vorstandsvorsitzende von MTU Aero Engines, Johannes Bussmann, hat zu einer Beschleunigung des europäischen Zukunftsprojekts für Kampfflugzeuge aufgerufen. Er warnte, dass Verzögerungen den Kontinent zu stark von den in den USA hergestellten F-35-Jets abhängig machen könnten – ein Risiko, das er in der "neuen Weltlage" als "gefährlich" bezeichnete. Seine Äußerungen fallen in eine Phase zunehmender Spannungen um die Zusammenarbeit der führenden Luftfahrtunternehmen im Verteidigungssektor.

Bussmann betonte die Dringlichkeit eines europäischen Kampfflugzeugs, um die defensive Unabhängigkeit des Kontinents zu wahren. Den Krieg in der Ukraine führte er als Beleg dafür an, dass sich Kriegsführung und Sicherheitsanforderungen rasant verändern. Ohne eine eigene Lösung drohten Europa seiner Ansicht nach erhebliche Verwundbarkeiten.

Der MTU-Chef unterstützte zudem den Vorschlag, zwei verschiedene Kampfflugzeuge zu entwickeln – ein kleineres und ein etwas größeres Modell –, um den unterschiedlichen Anforderungen der Streitkräfte gerechter zu werden. Zwar bezeichnete er dies als "zweitbeste Lösung", doch wäre es kostengünstiger, wenn beide Maschinen Triebwerke aus demselben Konsortium nutzten.

Allerdings identifizierte Bussmann ein zentrales Hindernis: die anhaltenden Kooperationsprobleme zwischen Airbus und Dassault, den Hauptpartnern im FCAS-Programm (Future Combat Air System). Trotz dieser Herausforderungen hob er die Stärken von MTU im Bereich Antriebstechnologie hervor, insbesondere für wiederverwendbare Drohnen, die ein wichtiger Baustein für das Projekt seien.

Langfristig plant MTU, sein Verteidigungsgeschäft deutlich auszubauen. Das Unternehmen strebt an, seinen Umsatz in diesem Bereich innerhalb des nächsten Jahrzehnts zu verdoppeln – durch eine stärker abgestimmte europäische Herangehensweise.

Bussmanns Warnungen spiegeln die wachsenden Bedenken hinsichtlich der europäischen Verteidigungsfähigkeit wider. Der Druck für ein eigenes Kampfflugzeug bleibt eng verknüpft mit der Lösung industrieller Konflikte und der Sicherung langfristiger Investitionen. Gleichzeitig deutet MTUs Wachstumsstrategie auf einen Kurs hin, der auf mehr Eigenständigkeit in der militärischen Luftfahrttechnologie setzt.

AKTUALISIERUNG

Bussmann Zweifelt an Airbus-Dassault-Zusammenarbeit, verlängert Motorentwicklungszeitplan

Der CEO von MTU Aero Engines, Johannes Bussmann, hat erneut Zweifel an der Machbarkeit einer Zusammenarbeit zwischen Airbus und Dassault bei der Entwicklung des FCAS-Kampfjets geäußert. In seiner Rede auf der Präsentation der Geschäftsergebnisse 2025 sagte er: 'Ich halte das nicht für realistisch.' Wichtige Entwicklungen sind:

  • Die Finanzierung der Motorentwicklungsphase (Phase 1B) ist bis September 2026 verlängert worden, ohne dass ein direkter Nachfolger geplant ist.
  • Das Joint Venture EUMET (MTU, Safran, ITP Aero) strebt die Entwicklung eines nächsten Generationstriebwerks mit einer 30-40% höheren Schubkraft durch einen variablen Turbofantriebwerk an.