Neues Pavianbaby im Nürnberger Zoo – Hoffnung nach Keulungsskandal
Philipp KochBaby Paviane in Nürnberg - Euthanasie bleibt eine Option - Neues Pavianbaby im Nürnberger Zoo – Hoffnung nach Keulungsskandal
Nürnberg Zoo begrüßt ein neugeborenes Pavianbaby – nur Monate nach umstrittenem Keulungseinsatz
Nur wenige Monate nach der umstrittenen Tötung von zwölf Grünmeerkatzen im Juli 2025 hat der Nürnberger Zoo Nachwuchs bei seinen Pavianen bekommen. Die Entscheidung, die Tiere wegen Platzmangels euthanasieren zu lassen, hatte damals landesweite Empörung ausgelöst – von Strafanzeigen bis hin zu Drohungen gegen Zoomitglieder.
Im Juli 2025 waren zwölf Grünmeerkatzen getötet worden, nachdem Versuche, sie in anderen Einrichtungen unterzubringen, gescheitert waren. Zoodirektor Dr. Dag Encke betonte, die Keulung sei das letzte Mittel gewesen, nachdem eine Umsiedlung unmöglich geworden war. Der Schritt erfolgte vor dem Hintergrund begrenzter Kapazitäten, obwohl der Zoo sonst überschüssige Tiere in der Regel erfolgreich vermittelt.
Die Tötungen lösten eine Welle der Kritik aus: Rund 350 Strafanzeigen wegen angeblicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gingen bei den Behörden ein. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob das Vorgehen rechtlich gerechtfertigt war. In sozialen Medien kam es zudem zu Todesdrohungen gegen Zoomitglieder, was eine polizeiliche Untersuchung nach sich zog.
Trotz der Kontroverse bleibt der Zoo seinem Engagement für den Artenschutz treu. Wildlebende Bestände der Grünmeerkatzen sind in den vergangenen 30 Jahren Schätzungen zufolge um etwa 20 Prozent geschrumpft. Die aktuelle Gruppe im Nürnberger Zoo weist eine stabile Struktur auf – mit erfahrenen Alttieren, geschlechtsreifen Erwachsenen und Jungtieren.
Das jüngste Familienmitglied, am 30. November 2022 geboren, ist Teil der laufenden Zucht- und Schutzprogramme des Zoos. Diese sollen helfen, die Art angesichts rückläufiger Wildbestände zu erhalten.
Die Geburt des Pavianbabys markiert einen Neuanfang für den Nürnberger Zoo nach monatelanger rechtlicher und öffentlicher Auseinandersetzung. Während die Behörden noch prüfen, ob die Keulung mit den Tierschutzvorgaben vereinbar war, setzt der Zoo weiterhin auf Artenerhalt und verantwortungsvolle Zucht.