Neuköllns Bürgermeister rügt Stadträtin wegen Israel-Posts auf Instagram
Lara BauerNeuköllns Bürgermeister rügt Stadträtin wegen Israel-Posts auf Instagram
Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel hat die Bildungsstadträtin Janine Wolter offiziell wegen ihrer Aktivitäten auf Instagram gerügt. Bei den umstrittenen Beiträgen, die im Herbst 2025 veröffentlicht wurden, handelte es sich um Kommentare zur Abfangaktion der israelischen Marine gegen die „Global Sumud-Flotille“. Hikel warf Wolter vor, in ihrem Online-Auftritt weder Mäßigung noch Neutralität bewahrt zu haben.
Wolter hatte Beiträge eines politischen Influencers gelikt oder geteilt, der für einseitige Israel-Kritik bekannt ist. Später gab sie an, die Inhalte des Influencers nicht genau geprüft zu haben, und kündigte an, dessen Posts künftig nicht mehr zu verbreiten.
Die Neuköllner CDU-Fraktion griff den Fall auf, leitete eine Debatte ein und reichte eine offizielle Anfrage zu Wolters Instagram-Aktivitäten ein.
Trotz der Kontroverse schlug die Neuköllner SPD-Führung Wolter als Hikels Nachfolgerin vor. Ihre Kandidatur wurde später auf einem Parteitag bestätigt. Kurz darauf kündigte Hikel an, nicht erneut für das Amt kandidieren zu wollen, und begründete dies mit mangelnder Rückendeckung in der eigenen Partei.
Hikels Rüge und sein Verzicht auf eine erneute Kandidatur markieren einen Wandel in Neuköllns politischem Gefüge. Mit Wolters Nominierung als seine Nachfolgerin bleibt sie eine zentrale Figur in der Bezirksführung. Die Diskussion über ihr Verhalten in den sozialen Medien hält unterdessen die Aufmerksamkeit lokaler politischer Gruppen aufrecht.
