WBGU fordert radikalen Schutz natürlicher Infrastruktur als Sicherheitsfrage
Lara BauerWBGU fordert radikalen Schutz natürlicher Infrastruktur als Sicherheitsfrage
Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) dringt auf mutige Schritte zum Schutz natürlicher Infrastruktur
Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat die Regierung aufgefordert, entschlossene Maßnahmen zum Schutz der natürlichen Infrastruktur zu ergreifen. In seinem Bericht warnt das Gremium, dass Kürzungen bei Klimaprojekten lokale Gemeinschaften gefährden und die globale Sicherheit schwächen könnten. Die Experten betonen die dringende Notwendigkeit, Ökosysteme rechtlich als kritische Ressourcen anzuerkennen.
Natürliche Infrastruktur wie Seen, Wälder und Moore sollten laut WBGU als systemrelevant eingestuft werden. Das Gremium argumentiert, dass diese Systeme als Puffer gegen Hitzewellen, Pandemien und Extremwetter wirken. Sie bildeten die Lebensgrundlage und seien für den Zivilschutz unverzichtbar.
Der Rat empfiehlt eine bundesweite Erfassung zentraler Naturräume. Zudem sollten Frühwarnsysteme entwickelt werden, um den schleichenden Verfall von Ökosystemen zu überwachen. Auch die militärische Ausbildung müsse um Umweltrisikobewusstsein erweitert werden, um diese Ressourcen zu schützen, so der Bericht.
Investitionen in erneuerbare Energien und den öffentlichen Nahverkehr seien entscheidend, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Der WBGU fordert einen globalen Umstieg auf Solar- und Windenergie und verweist auf wirtschaftliche und gesundheitliche Vorteile. Als Vorbild für erfolgreiche regionale Zusammenarbeit wird die Coral Triangle Initiative genannt, die sich dem Schutz von Korallenriffen, Fischerei und Ernährungssicherheit widmet.
Die Entwicklungspolitik solle lokale Akteure stärken, um den Ökosystemschutz zu verbessern. Dem Nationalen Sicherheitsrat wird geraten, den Schutz natürlicher Infrastruktur als Teil einer umfassenden Sicherheitsstrategie zu priorisieren.
Eine rechtliche Anerkennung natürlicher Infrastruktur würde einen bedeutenden Politikwechsel markieren. Der Schutz von Ökosystemen käme der Artenvielfalt, lokalen Lebensgrundlagen und langfristiger Stabilität zugute. Die Empfehlungen zielen darauf ab, Umweltmaßnahmen mit wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Zielen in Einklang zu bringen.
