15 January 2026, 06:07

Ökumene-Empfang in Bockhorn: Christen zeigen Flagge für Einheit und Demokratie

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer Kirche in Berlin mit ein paar Menschen davor und Text oben auf dem Bild.

Ökumene-Empfang in Bockhorn: Christen zeigen Flagge für Einheit und Demokratie

Ökumene-Nejahrsempfang in Bockhorn: „Zeigt eure Farben – was Christen gemeinsam vertreten“

Der jährliche ökumenische Neujahrsempfang in Bockhorn brachte politische und religiöse Führungspersönlichkeiten unter dem Motto „Zeigt eure Farben – was Christen gemeinsam vertreten“ zusammen. In der Kirche Mariä Heimsuchung stand die Veranstaltung im Zeichen von Einheit, Mut und den Herausforderungen, vor denen die deutsche Gesellschaft steht.

Im Mittelpunkt der Debatten standen die wachsenden Spaltungen in der Gesellschaft. Die Redner warnten vor Selbstzufriedenheit beim Schutz demokratischer Werte und betonten, wie wichtig es sei, wachsam zu bleiben.

Bürgermeister Lorenz Angermaier eröffnete die Diskussion mit einem Appell: Die Kluft zwischen den Generationen und sozialen Schichten werde immer tiefer. Demokratie in Deutschland dürfe niemals als selbstverständlich betrachtet werden – es gelte, der Fragmentierung entgegenzuwirken.

Die bayerische Staatsministerin Ulrike Scharf nahm an der Veranstaltung teil und lobte die langjährige Zusammenarbeit zwischen Kirchen und Kommunalpolitik im Landkreis Erding. Ihre Anwesenheit unterstrich das politische Engagement für glaubensbasierte Initiativen in der Region. Diakon Martin Ringhof forderte in seiner Predigt eine Solidarität, die auf Überzeugung beruht – ohne Feindseligkeit gegenüber Andersdenkenden. Sein Plädoyer galt dem Dialog statt der Spaltung, selbst in hitzigen Debatten.

Volker Nickolai-Labitze vom Synodalverband des Evangelisch-Lutherischen Dekanats nutzte ein prägnantes Bild, um gesellschaftlichen Wandel zu veranschaulichen: Er verglich die Gesellschaft mit einem Elefanten und seinem Reiter. Nachhaltiger Fortschritt, so seine These, erfordere es, Emotionen anzusprechen – nicht nur die Vernunft. Landrat Martin Bayerstorfer griff diese Gedanken auf und betonte, wie sehr individuelles Handeln die Gesellschaft prägt. Die zunehmende Polarisierung bereite ihm Sorge; er rief die Anwesenden auf, über ihre Rolle beim Brückenschlag nachzudenken.

Jörg Basten, Vorsitzender des Bezirkskatholikenrats, verwies darauf, dass die Wahrnehmung des heutigen gesellschaftlichen Klimas stark variiert. Christen müssten den Mut haben, ihre Werte zu leben – auch gegen Widerstände. Diakon Christian Weigl beschloss die Veranstaltung mit einer Absage an Resignation. Stattdessen plädierte er für die Heilung zerrütteter Beziehungen und verstand Einheit als aktive Entscheidung, nicht als ferne Utopie.

Der Empfang spiegelte sowohl die Spannungen in der deutschen Gesellschaft als auch den Willen wider, ihnen durch gemeinsames Handeln zu begegnen. Einig waren sich die Vertreter aus Politik und Glaubensgemeinschaften in einem Punkt: Der Schutz der Demokratie erfordert anhaltendes Engagement, offenen Dialog und die Bereitschaft, zu gemeinsamen Werten zu stehen.

Das Motto „Zeigt eure Farben“ erinnerte daran, dass Sichtbarkeit und Tatkraft – nicht Schweigen – den Weg in die Zukunft weisen.