08 January 2026, 02:04

SPD und CSU liefern sich erbitterten Streit um Steuerreformen und Erbschaftssteuer

Ein aufgeschlagenes Buch mit Text und Bildern von zwei Autos.

SPD und CSU liefern sich erbitterten Streit um Steuerreformen und Erbschaftssteuer

Ein Streit über Steuerreformen ist zwischen SPD und CSU ausgebrochen. Am 7. Januar 2026 drängte CSU-Chef Markus Söder auf schnellere Senkungen der Unternehmenssteuern, während die SPD höhere Erbschaftssteuern für große Vermögen vorschlug. Beide Seiten behaupten, ihre Pläne würden Wirtschaft und öffentliche Finanzen besser stärken.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Frage, wie Steuerentlastungen finanziert werden sollen – und wer die Kosten tragen muss: Unternehmen oder vermögende Erben.

Söders Vorschlag sieht vor, die geplanten Unternehmenssteuerreformen bereits zum 1. Januar 2026 umzusetzen. Er begründet dies mit der anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche, die schnelles Handeln erfordere. Die Kosten bezifferte er auf 4,6 Milliarden Euro und forderte eine sofortige Umsetzung. Doch die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Wiebke Esdar wies den Plan als unbezahlbar zurück und warnte vor Haushaltslücken in zweistelliger Milliardenhöhe.

Die SPD legte stattdessen eigene Steuerreformpläne vor. Der stellvertretende Parteivorsitzende Achim Post präsentierte eine Reform der Erbschaftssteuer, die diese "gerechter, einfacher und transparenter" gestalten soll – mit Fokus auf "sehr große Erben", um vermögende Erben stärker zur Kasse zu bitten. Zudem will die Partei bis 2026 Steuerentlastungen für Gering- und Mittelverdiener einführen. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch betonte, die höheren Erbschaftssteuern würden Unternehmen nicht belasten, da es um Privatvermögen und nicht um Betriebsvermögen gehe.

Kritik kam prompt von Wirtschaftsverbänden. Rainer Kirchdörfer, Vorstandsmitglied der Stiftung Familienunternehmen, unterstützte Söders Pläne für niedrigere Unternehmenssteuern, griff aber die SPD-Pläne zur Erbschaftssteuer scharf an. Diese würden "massive Steuererhöhungen" für Familienbetriebe bedeuten und deren finanzielle Stabilität gefährden.

Aktuell schweben beide Vorhaben in der Schwebe. Die SPD-Reformen bei der Erbschaftssteuer stoßen auf Widerstand der Wirtschaft, während Söders rückwirkende Unternehmenssteuersenkungen von der SPD vehement abgelehnt werden. Ohne Einigung dürfte keiner der Pläne in der aktuellen Form vorankommen.