Trotz Kirchensterbens: In Bayern entsteht eine seltene Neukirche gegen den Trend
Elias FrankeGegen den Trend: Eine neue Kirche eröffnet in Bayreuth - Trotz Kirchensterbens: In Bayern entsteht eine seltene Neukirche gegen den Trend
Seltene Neueröffnung: In Bayern entsteht eine Kirche – trotz schrumpfender Gemeinden und Kirchensterbens
Immer mehr Kirchengemeinden schrumpfen, Gebäude werden geschlossen – doch in Bayern entsteht gegen den Trend eine neue Kirche. Die Epiphanias-Kirche im Bayreuther Stadtteil Laineck wird am 6. Januar 2026 geweiht und ersetzt einen maroden Bau aus den 1970er-Jahren. Anders als viele katholische Diözesen setzte die evangelische Gemeinde hier auf Neubau statt auf Fusion oder Verkleinerung.
Der Beschluss zum Bau der Epiphanias-Kirche folgte nach jahrelangen Diskussionen über den desolaten Zustand des alten Gebäudes. Statt sich mit einer anderen Gemeinde zusammenzuschließen, entschied sich die Kirchengemeinde gemeinsam mit der regionalen Evangelisch-Lutherischen Kirche für ein modernes, multifunktionales Zentrum. Die neue Kirche bietet Platz für 160 Personen und soll Gottesdienste, Chorproben und Gemeinschaftsveranstaltungen beherbergen.
Die Baukosten beliefen sich auf knapp 2 Millionen Euro, wobei ein Drittel von der regionalen evangelischen Kirche getragen wurde und der Rest vor Ort aufgebracht wurde. Diese Investition hebt sich ab: Die meisten bayerischen Diözesen sparen angesichts sinkender Mitgliederzahlen und rückläufiger Kirchensteuereinnahmen. So kündigte das Erzbistum München und Freising im Sommer 2024 Einsparungen bei Bauvorhaben an, während das Bistum Bamberg seine Immobilienstrategie überarbeitete, um Bauförderungen zu begrenzen. Die letzte Weihe einer katholischen Kirche in Bayern fand im Dezember 2024 in Utting am Ammersee statt. Seither stocken Neubauten, und viele Kirchen wurden profaniert. Die Eröffnung der Epiphanias-Kirche bildet eine seltene Ausnahme – finanziert durch regionale und lokale Mittel trotz des allgemeinen Schrumpfungsprozesses.
Die neue Kirche soll als Begegnungsstätte dienen und bietet flexible Räume für Gottesdienste und Gemeinschaftsaktivitäten. Ihre Fertigstellung steht im Kontrast zum flächendeckenden Rückbau von Kirchengebäuden in Bayern. Die alte Epiphanias-Kirche, mittlerweile stillgelegt, weicht dem Neubau, während sich die Gemeinde den veränderten Bedürfnissen anpasst.