06 January 2026, 12:03

Warum die Heiligen Drei Könige im Kölner Dom für Rassismus-Debatten sorgen

Drei Personen in der Nähe einer Buchsammlung.

Die Drei Weisen Caspar, Melchior und Balthasar: Wer sind sie? - Warum die Heiligen Drei Könige im Kölner Dom für Rassismus-Debatten sorgen

Eine jahrhundertealte Debatte über die Darstellung eines der Heiligen Drei Könige mit dunkler Hautfarbe ist erneut aufgeflammt. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage, ob diese Abbildung historisch korrekt ist oder rassistische Untertöne trägt. Unterdessen bleiben die Reliquien, von denen angenommen wird, dass sie diesen biblischen Figuren gehörten, ein zentraler Verehrungsort im Kölner Dom.

Die Geschichte der Heiligen Drei Könige – Caspar, Melchior und Balthasar – findet sich nicht in der Bibel. Ihre Namen wurden erst im sechsten Jahrhundert allgemein bekannt. Dennoch lebt ihre Legende weiter, und im Kölner Dom werden seit 1164 die vermeintlichen Überreste der drei Weisen aufbewahrt. Diese Reliquien, zu denen auch Knochen und angebliche Gehirnfragmente gehören, ruhen in einem prächtigen goldenen Schrein.

Epiphanias, das Fest zu Ehren der Heiligen Drei Könige, ist in einigen Regionen ein gesetzlicher Feiertag. Im Laufe der Zeit wurde einer der Könige, oft Balthasar, mit dunkler Haut dargestellt. Diese künstlerische Entscheidung hat heute Debatten über Repräsentation und Rassismus in religiösen Darstellungen ausgelöst. Die Reliquien in Köln ziehen weiterhin Pilger an und stärken die Verbindung der Stadt zu dieser Geschichte. Doch die Diskussion über ihre Darstellung zeigt, wie historische Traditionen und moderne Werte manchmal aufeinandertreffen.

Die Heiligen Drei Könige bleiben ein Symbol für Glauben und Kontroverse. Während ihre Reliquien im Kölner Dom Besucher anziehen, lösen ihre sich wandelnden Darstellungen Gespräche über Rassismus und Geschichte aus. Die Debatte verdeutlicht, wie uralte Traditionen auch heute noch aktuelle Fragen aufwerfen können.