Wasserstoffautos in Deutschland: Warum fast alle Hersteller aufgeben – außer BMW und Bayern
Lara BauerWasserstoffautos in Deutschland: Warum fast alle Hersteller aufgeben – außer BMW und Bayern
Deutschlands Wasserstoffauto-Offensive verliert rasant an Fahrt – fast alle Hersteller steigen aus
Nur noch ein einziges Modell ist auf dem Markt erhältlich, während Elektroautos die Verkaufszahlen dominieren. Doch Bayern und BMW pumpen weiterhin Millionen in die schwächelnde Technologie – trotz fehlender Nachfrage und mangelnder Infrastruktur.
Weltweit haben die meisten Automobilhersteller wasserstoffbetriebene Pkw weitgehend aufgegeben. Daimler, Honda und Hyundai haben ihre Projekte entweder stark zurückgefahren oder komplett eingestellt. In Deutschland hält allein der Toyota Mirai die Stellung – mit gerade einmal 337 Neuzulassungen auf dem Höhepunkt im Jahr 2022, seither sind die Zahlen weiter gesunken.
Der Kontrast zu batteriebetriebenen Elektroautos könnte größer nicht sein: Rund 1.800 E-Modelle sind hierzulande erhältlich, zwischen Januar und Oktober 2025 wurden 435.000 Neuzulassungen verzeichnet. Wasserstoffautos kamen im gleichen Zeitraum lediglich auf 35 Neuzulassungen. Fachleute argumentieren, dass Wasserstoff in industriellen Anwendungen – etwa bei der Düngemittelproduktion – weit effizienter eingesetzt werden kann als im Individualverkehr. Diese Einschätzung stützt auch die sogenannte "Liebreich-Skala", die die sinnvollsten Einsatzgebiete von Wasserstoff bewertet.
Trotzdem halten Bayern und BMW an der Technologie fest. Der Freistaat fördert veraltete Verkehrskonzepte, darunter induktive Ladestraßen, während BMW für die Entwicklung eines Wasserstoffantriebs für den X5-SUV, der 2028 auf den Markt kommen soll, 273 Millionen Euro an Subventionen erhalten hat. Doch konkrete Pläne zum Ausbau des deutschen Wasserstofftankstellennetzes gibt es nicht. Stattdessen konzentriert sich das Leipziger Werk auf eine Wasserstoff-Pipeline für industrielle Zwecke, die ab Mitte 2027 jährlich 150 Tonnen liefern soll – langfristig sind über 1.500 Tonnen geplant –, jedoch nicht für den Autoverkehr.
Kritiker werfen den Befürwortern vor, ideologisch motiviert zu handeln. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) wirft der Bundesregierung eine "ideologische Blockade" gegen Wasserstoffmobilität vor. Doch auch seine eigene Unterstützung für die Technologie steht in der Kritik, denn Wasserstoffautos bieten gegenüber Elektrofahrzeugen kaum noch Vorteile – weder bei der Reichweite noch bei den deutlich kürzeren Ladezeiten der Batteriefahrzeuge.
Angesichts des Rückzugs der Hersteller und einbrechender Verkaufszahlen scheint die Zukunft des Wasserstoffautos in Deutschland düster. Die letzten verbleibenden Fürsprecher – Bayern und BMW – investieren zwar weiter, doch ihr Engagement zielt zunehmend auf industrielle Anwendungen statt auf praktikable Verkehrslösungen. Für Autofahrer bleibt das Elektroauto vorerst die klare erste Wahl.