Provokante Frauenoper *Sancta* polarisiert erneut an der Staatsoper Stuttgart
Lara BauerProvokante Frauenoper *Sancta* polarisiert erneut an der Staatsoper Stuttgart
Tiefe Wunden und ein breites Grinsen: Umstrittene Oper Sancta kehrt nach Stuttgart zurück
Florentina Holzingers umstrittene Oper Sancta feiert in diesem Herbst ihre Rückkehr an die Staatsoper Stuttgart. Die Aufführungen finden am 3., 4. und 5. Oktober statt, mit weiteren Vorstellungen am 1. und 2. November – letztere sind bereits ausverkauft. Die Produktion bearbeitet Paul Hindemiths 1921 verbotenes Werk Sancta Susanna und präsentiert eine kühne, frauenzentrierte Neuerzählung der christlichen Geschichte.
Das Original Sancta Susanna wurde vor einem Jahrhundert wegen angeblicher Gotteslästerung abgelehnt. Holzingers Sancta dreht die Erzählung um und rückt Frauen in den Mittelpunkt, während sie mit provokanten Bildern religiöse Traditionen herausfordert. Die Inszenierung umfasst Nacktheit und explizite Bezüge zu den Wunden Christi, wobei die Darsteller:innen körperliche Belastung als Teil des künstlerischen Prozesses durchstehen.
Sancta belebt ein einst zensiertes Werk aus einer radikalen, frauendominierten Perspektive wieder. Die Mischung aus religiöser Provokation und körperlicher Extremleistung macht die Produktion zu einer der meistdiskutierten der Saison. Bei begrenzter Platzzahl rechnet die Staatsoper Stuttgart mit großem Andrang für die verbleibenden Termine.






